Glaubensentscheidungen und Glaubensbekenntnisse der katholischen Kirche zu Jesus ChristusDas Apostolische Glaubensbekenntnis(In sämtlichen Einzelteilen bereits im 2. Jahrhundert nachweisbar, in der heutigen Form aus dem 5. Jahrhundert) Denz. 6 [30]: 1. Ich glaube an Gott, den Allmächtigen; den Schöpfer des Himmels und der Erde; 2. und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn; 3. empfangen durch (de = vom) den heiligen Geist, geboren von (ex = aus) der Jungfrau Maria; 4. gelitten unter Pontius Pilatus – gekreuzigt, gestorben und begraben; 5. am dritten Tage auferstanden von den Toten; 6. aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; 7. von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. 8. Ich glaube an den Heiligen Geist; 9. die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen; 10. Vergebung der Sünden; 11. Auferstehung der Toten (carnis = des Fleisches); 12. und das ewige Leben.
Das Athanasische Glaubensbekenntnis(Unbekannten Ursprungs, vielleicht vom hl. Ambrosius, jedenfalls aus dem 5. Jahrhundert) Denz. 39 [75]: Wer immer zum Heil kommen will, muß vor allem am katholischen Glauben festhalten. Wer ihn nicht in seiner Ganzheit und unverfälscht bewahrt, wird ohne Zweifel ewig zu Grunde gehen. Der katholische Glaube aber ist dieser: Daß wir den einen Gott in der Dreiheit und die Dreiheit in der Einheit verehren, ohne die Personen zu vermengen, noch jemals das (göttliche) Wesen zu spalten. Denn eine andere Person ist die des Vaters, eine andere die des Sohnes, eine andere die des Heiligen Geistes. Doch ist Vater, Sohn und Heiligem Geist zu eigen: eine Gottheit, gleiche Herrlichkeit, gleichewige Majestät. Wie der Vater, so der Sohn, so der Heilige Geist. Unerschaffen der Vater, unerschaffen der Sohn, unerschaffen der Heilige Geist; unermesslich der Vater, unermesslich der Sohn, unermesslich der Heilige Geist; ewig der Vater, ewig der Sohn, ewig der Heilige Geist; und doch sind es nicht drei Ewige, sondern ein Ewiger; wie auch nicht drei Unerschaffene noch drei Unermessliche, sondern ein Unerschaffener und ein unermesslicher. Gleichermaßen: allmächtig der Vater, allmächtig der Sohn, allmächtig der Heilige Geist; und doch sind es nicht drei Allmächtige, sondern ein Allmächtiger. Ebenso ist Gott der Vater, Gott der Sohn, Gott der Heilige Geist; und doch sind es nicht drei Götter, sondern: Es ist nur ein Gott. So ist Herr der Vater, Herr der Sohn, Herr der Heilige Geist; und doch sind es nicht drei Herren, sondern es ist nur ein Herr. Denn wie uns die christliche Wahrheit jede Person einzeln als Gott und Herrn bekennen lässt, so verbietet uns die katholische Religion, von drei Göttern oder Herren zu sprechen. Der Vater ist von keinem gemacht, weder geschaffen noch gezeugt. Der Sohn ist vom Vater allein, weder gemacht noch geschaffen, sondern gezeugt. Der Heilige Geist ist von Vater und Sohn, weder gemacht noch geschaffen noch gezeugt, sondern ausgehend. Also ein Vater, nicht drei Väter, ein Sohn, nicht drei Söhne, ein Heiliger Geist, nicht drei Heilige Geister. Und in dieser Dreiheit gibt es kein Früher oder Später, kein Größer oder Kleiner, sondern alle drei Personen sind gleichewig und sind sich ganz gleich; so daß, wie bereits gesagt, in allem die Einheit in der Dreiheit zu verehren ist. Wer daher zum Heil kommen will, denke also von der Dreifaltigkeit. Denz. 40 [76]: Zum ewigen Heile ist es aber notwendig, daß man auch an die Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus fest glaubt. Dies ist also der rechte Glaube: Wir müssen glauben und bekennen, daß unser Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes, Gott ist und Mensch. Gott ist er, vor aller Zeit aus dem Wesen des Vaters gezeugt; Mensch ist er, in der Zeit aus dem Wesen der Mutter geboren. Vollkommener Gott, vollkommener Mensch, bestehend aus Geistseele und Menschenleib. Dem Vater gleich der Gottheit nach, geringer als der Vater der Menschheit nach. Obgleich aber Gott und Mensch, sind doch nicht zwei, sondern der eine Christus. Einer, nicht als hätte die Gottheit sich in Fleisch gewandelt, sondern durch die Aufnahme der Menschheit in Gott. So ist er durchaus Einer, nicht durch Vermischung des Wesens, sondern durch die Einheit der Person. Denn wie Geistseele und Leib einen Menschen bilden, so ist er, Gott und Mensch, der eine Christus. Er hat gelitten um unseres Heiles willen, stieg zur Unterwelt und ist am dritten Tage auferstanden von den Toten. Er ist aufgefahren zum Himmel und sitzet zur Rechten des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Bei seiner Ankunft müssen alle Menschen auferstehen in ihren Körpern, um Rechenschaft abzulegen über ihre Werke. Wer Gutes getan hat, wird eingehen zum ewigen Leben, wer aber Böses, ins ewige Feuer. Dies ist der katholische Glaube. Wer an ihm nicht treu und standhaft festhält, kann nicht zum Heil kommen.
Das Nicäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis(Credo der heiligen Messe) (Von den beiden Konzilien von Nizäa 325 und Konstantinopel 381 zusammengestellt. Das Konzil von Ephesus 431 bestimmte, daß kein anderes Glaubensbekenntnis zusammengestellt werden dürfe “außer dem, welches die heiligen Väter definiert haben, die in Nizäa mit dem Heiligen Geiste versammelt gewesen sind”. Denz. 125.) Denz. 86 [150]: Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat (factorem = den Schöpfer), Himmel und Erde, die sichtbare und unsichtbare Welt. Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit. Gott von Gott, Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch ihn ist alles geschaffen. Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen (descendit = herabgestiegen), hat Fleisch angenommen durch den (de = vom) Heiligen Geist von (ex = aus) Maria der Jungfrau und ist Mensch geworden. Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein. Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater (und dem Sohn1) hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten. Und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt. Amen. 1Die Zufügung “und vom Sohne” ist zuerst in Spanien gemacht worden; von da aus ist sie nach Frankreich und Deutschland gekommen. Erst Kaiser Heinrich der Heilige erreichte mit der Einführung dieses Glaubensbekenntnisses in die heilige Messe von Papst Benedikt VIII., daß die Zufügung allgemein eingeführt wurde.
Konzil von Ephesus 431: Gottheit Jesu Christi - Maria GottesgebärerinDenz. 113 [252]: Wer nicht bekennt, daß der Emmanuel wahrer Gott und deshalb die heilige Jungfrau Gottesgebärerin, Theotokos, ist, der sei im Banne; denn sie hat dem Fleische nach geboren das fleischgewordene Gotteswort.
Gottmensch JesusDenz. 114 [253]: Wer nicht bekennt, daß das Wort Gottvaters mit dem Fleische wesenhaft vereint ist und daß Christus eins ist mit seinem eigenen Fleische, nämlich daß ein und derselbe Gott und Mensch zugleich ist, der sei im Banne. Denz. 117 [256]: Wer zu sagen wagt, Christus der Mensch sei Gottträger, d. h. er trage Gott, und nicht vielmehr, er sei in Wahrheit Gott als der eine Sohn der Natur nach, weil doch das Wort Fleisch geworden ist und Fleisch und Blut angenommen hat, wie wir es haben, der sei im Banne. Denz. 124 [263]: Wer nicht bekennt, daß das Wort Gottes im Fleisch gelitten hat, im Fleisch gekreuzigt worden ist und im Fleische den Tod gekostet hat und der “Erstgeborene aus den Toten” (Kol 1, 18) geworden ist, da er doch als Gott das Leben ist und der Lebensspender, der sei im Banne.
Leo I. d. Gr. 440-461. Dogmatischer Brief: Menschwerdung ChristiDenz. 143 [293]: Unter Wahrung der Eigentümlichkeit einer jeden der beiden Naturen und Wesenheiten und unter Vereinigung beider zu einer Person hat die Majestät die Niedrigkeit angenommen, die Kraft die Schwäche, die Ewigkeit die Sterblichkeit, und die in sich unverletzliche Natur (Gottes) hat zur Lösung der Fesseln unserer Schuld sich vereint mit der leidensfähigen Natur. Und so kam es, was uns zum Heile dienlich war: daß nämlich ein und derselbe Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Jesus Christus (1. Tim. 2, 5), einerseits sterben konnte, andererseits nicht sterben konnte. In einer vollkommenen, unversehrten, wahren Menschennatur ist also der wahre Gott geboren worden, ganz in seiner Eigenart bleibend, ganz in unsere Eigenart eingehend. Denz. 144 [294]: So betritt der Gottessohn diese niedrige Welt, vom Himmelsthron herabsteigend und doch von der Herrlichkeit des Vaters nicht weichend, auf neue Art, in neuer Geburt geboren. Auf neue Art, weil er, unsichtbar in seiner Natur, sichtbar geworden ist in unserer Natur; der Unbegreifliche wollte begriffen werden. Der vor den Zeiten Dauernde begann da zu sein in der Zeit. Der Herr des Weltenalls nahm Knechtsgestalt an, indem er die Unermeßlichkeit seine Majestät überschattete. Der leidensunfähige Gott verschmähte es nicht, ein leidensfähiger Mensch zu sein; der Unsterbliche hielt es nicht für unter seiner Würde, sich dem Gesetze des Sterbens zu fügen. In einer neuen Geburt kam er zur Welt, weil die unverletzte Jungfräulichkeit die Begierde nicht kannte, vielmehr den Stoff darbot für das Fleisch. So wurde aus der Mutter des Herrn die Begierde angenommen, nicht aber die Schuld. Und doch ist im Herrn Jesus Christus, der aus dem Schoß der Jungfrau geboren wurde, nicht deshalb, weil es eine wundersame Geburt ist, eine andere Natur als die unsrige. Denn er, der wahrer Gott ist, ist auch wahrer Mensch. Und in dieser Einheit ist keine Lüge, weil beieinander sind die Niedrigkeit des Menschen und die Größe der Gottheit. Wie nämlich Gott nicht verändert wird durch die Erbarmung, so wird der Mensch nicht aufgezehrt durch die Würde. Denn jede der beiden Naturen wirkt in Gemeinschaft mit der andern das, was ihr eigentümlich ist, indem das Wort tut, was des Wortes ist, und das Fleisch vollbringt, was des Fleisches ist. Das eine von diesen strahlt in Wunderwerken, das andere unterliegt den Schmähungen. Und wie das Wort nicht abläßt von der Gleichheit der Herrlichkeit des Vaters, so läßt das Fleisch niemals ab von der Natur unseres Geschlechtes.
Konzil von Chalcedon 451: Die beiden Naturen ChristiDenz. 148 [302]: Wir lehren,, ... daß ein und der nämliche Christus, der eingeborene Gottessohn, in beiden Naturen unvermischt, unveränderlich, ungeteilt und untrennbar anzuerkennen ist, wobei niemals der Unterschied der Naturen wegen der Vereinigung aufgehoben wird, daß vielmehr unter Wahrung der Eigentümlichkeit einer jeden von den beiden Naturen sie beide in eine Person und einen Selbstand zusammenlaufen und daß unser Herr Jesus Christus somit nicht in zwei Personen getrennt oder geteilt, sondern ein und der nämliche eingeborene Sohn, Gott (und) Logos2 ist. 2 Griechisch = Wort. Vgl. Johannesevangelium 1, 1ff.
Aus: Prof. Dr. Rudolf Peil (Hrsg.), Die wichtigsten Glaubensentscheidungen und Glaubensbekenntnisse der katholischen Kirche, 3. durchgesehene und erweiterte Auflage, Jestetten 1974. Imprimatur: Coloniae, die 10 maii 1974, Jr.-Nr. 75 746 I 74, + Hubert Luthe, vic. epis. |
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